Die Perle des Belvoir: Ljubinka Barisic - Hotel Belvoir
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Die Perle des Belvoir: Ljubinka Barisic

Dass unser Gespräch an ihrem freien Tag stattfindet, stört Ljubinka Barisic nicht. „Das Hotel Belvoir ist längst mein zweites Zuhause“, sagt sie lachend. Das glaubt man ihr aufs Wort. Seit 32 Jahren (!) bewirtet sie hoch über dem Zürichsee Gäste aus aller Welt und aus der Nachbarschaft. Drei Direktorenwechsel und den Umbau hat sie miterlebt und ist noch immer dabei. „Ich gehöre schon fast zum Inventar“. Kein Wunder, können sich langjährige Stammgäste ein Hotel Belvoir ohne ihre „Jubi“ schlicht nicht vorstellen. 

Von der Bank in den Service
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.Dieses Bonmot gilt auch für diese Lebensgeschichte. In jungen Jahren verlor Ljubinka Barisic ihre Mutter und zog vorübergehend zu ihrer Tante in die Schweiz. Eigentlich wollte sie nach zwei Jahren zurück nach Jugoslawien, wo sie zuvor Wirtschaft studiert und als angehende Analystin auf einer Bank gearbeitet hatte. Doch der Krieg durchkreuzte ihre Pläne. Sie blieb also, fand Arbeit im Belvoir, lernte ihren Mann kennen und gründete eine Familie. Nie hätte sie gedacht, dass ihr die Arbeit im Service so gefallen könnte. „Doch ich hatte immer tolle Chefs und nette Kolleginnen und Kollegen. Nicht lange und ich hatte mein Herz ans Belvoir verloren.“

Aller Anfang ist schwer
Als junge Mutter mit zwei kleinen Kindern in einem Hotelbetrieb zu arbeiten, war anspruchsvoll, erinnert sich Ljubinka Barisic an ihre ersten Jahre. „Ob Früh- oder Spätschicht: die Arbeitszeiten im Gastgewerbe sind nicht gerade familienfreundlich.“ Zudem habe sie sich daran gewöhnen müssen, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein. Eines sei ihr hingegen immer leichtgefallen: freundlich und zuvorkommend zu bewirten. „Ich empfange die Gäste wie sie bei mir zuhause wären. Die Rolle der Gastgeberin liegt mir einfach im Blut.“ 

Das geheime Büchlein
Mit vielen Stammgästen ist „Jubi“ per Du. Das kommt nicht von ungefähr. Bevor die langjährige Servicemitarbeiterin ihren Dienst antritt, wirft sie einen Blick ins Buch mit den Reservationen. „Bei mir bekannten Namen versuche ich mich an unser letztes Gespräch zu erinnern. So kann ich da wieder anknüpfen.“ Sie habe auch ein kleines Büchlein, in dem sie Notizen zu Vorlieben bei der Bestellung mache. Aber das meiste habe sie im Kopf. Über die Jahre sei so eine solide Vertrauensbasis entstanden, die schöne, teils auch private Gespräche ermöglicht. «Ich habe Gäste, die ich seit 30 Jahren kenne – wir sind gemeinsam älter und unsere Kinder gemeinsam gross geworden. Das verbindet.»

Autorin: Anina Rether