Für die Polizei ist das Belvoir kein Hotspot - 4* Superior Hotel hoch über dem Zürichsee
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Für die Polizei ist das Belvoir kein Hotspot

Was haben Pfarrer, Hoteliers und Polizisten gemeinsam? Sie sprechen nicht gern über ihre Klientel. So hält es auch Bernhard Larcher, 64, seines Zeichens Dorfpolizist in Rüschlikon. Fragt man ihn nach aufregenden Fällen, schweigt er diskret. Und im Hotel Belvoir? Er habe auch schon einen Anruf der Direktion erhalten, die wegen einem Gast ein komisches Bauchgefühl hatte. «Da bin ich vorbeigegangen. Besondere Vorfälle gab es aber nie.» Nicht mal geklaute Bademäntel? Fehlanzeige.

Bei der Aufzählung seiner Aufgaben schöpft Bernhard Larcher jedoch aus dem Vollen: Rechtshilfegesuche, erleichterte Einbürgerungen, Zustellen von Zahlungsbefehlen, Verkehrs- und Personenkontrollen. Ein typischer Tag? «Am Morgen sicherte ich den Schulweg, danach musste ich an einen Verkehrsunfall, zwischendurch rettet ich kurz eine Katze und am Nachmittag sprach ich mit einer Frau, die mit ihren Problemen lieber zur Polizei als aufs Sozialamt geht. Ziemlich abwechslungsreich, mein Job!» Er lächelt zufrieden.

Im Dienste der Menschen
Die letzten 17 Dienstjahre hat er in der Gemeinde am Zürichsee verbracht, im Mai wird er pensioniert. «Als Dorfpolizist kann man noch Dienstleister sein. Jeder kann zu mir kommen, egal mit was, und wir suchen gemeinsam nach einer Lösung. Dieser Austausch mit den Menschen hat mir an meinem Beruf immer besonders gefallen.» Im Laufe der Jahre hat sich der Umgang jedoch schon verändert: Vor 20 Jahren habe er einem Jugendlichen gesagt, was er zu tun habe. Heute sei die Achtung vor der Uniform und vor der Polizei gesunken. Vor allem in der Stadt, aber auch hier in der «Provinz». Trotzdem sei er noch jeden Tag gerne über den Hügel von Adliswil zur Arbeit gekommen.

Zum Kapo-Kaffee ins Belvoir
Ins Belvoir kommt Polizist Larcher regelmässig. Zum Kapo-Kaffee, bei dem sich die Polizisten von Kilchberg, Thalwil und Rüschlikon einmal in der Woche zum Austausch treffen. «So hat man auch den Kontakt zur Bevölkerung und zum Personal. Hier spüre ich die Menschen besser als nur auf dem Posten.» Dass er mit der Uniform im Kaffee sitzt, sei in all den Jahren noch nie ein Problem gewesen. Ein Grund dafür sei sicher auch das Personal, dass neben gutem Service auch für gute Stimmung sorgt. «Ich sehe meinen Beruf als Dienst an den Menschen. Ähnlich wie das Servicepersonal, zu dem ich gute Kontakte habe. Schon nach meinem dritten Besuch wussten sie, was ich gerne hätte.» Darum werde er auch nach seiner Pensionierung ab und zu im Belvoir einen Kaffee trinken. «Oder einen Prosecco. Dann bin ich ja nicht mehr im Dienst.» Sagt’s, steigt in seinen Dienstwagen und fährt ins Dorf runter. Die nächste Katze retten.

Autorin: Anina Rether