Ein Herz für Tradition: Besitzerfamilie Meier - 4* Superior Hotel hoch über dem Zürichsee
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Ein Herz für Tradition: Besitzerfamilie Meier

Eben war der herrliche Ausblick noch nebelverhangen, nun zeigt sich die Sonne und damit eine freie Sicht auf den glitzernden Zürichsee und die schneebedeckten Glarner Alpen. Das Hotel Belvoir macht seinem Namen alle Ehre und zeigt sich beim Gespräch mit der Besitzerfamilie von seiner Schokoladenseite.

Die spektakuläre Lage war einer der Gründe, weshalb Heinz und Beatrice Meier das Hotel im Jahre 2008 gekauft haben. Doch längst nicht der einzige. «Meine Verbundenheit mit diesem Haus ist gross. Als Kind habe ich hier Fasnacht gefeiert, später während meiner Zeit bei der IBM gingen wir oft kegeln», erinnert sich Heinz Meier, der in der Nachbargemeinde aufgewachsen ist. Als Eigentümer des Seminar- und Businesshotels Sedartis in Thalwil können sie zudem Synergien nutzen beim Einkauf oder beim Personalaustausch. Beatrice Meier fügt an. «Das Sedartis, also der vormalige Thalwilerhof, gibt es seit 100 Jahren, das Belvoir seit 300 Jahren. Es gefällt uns, eine lange, erfolgreiche Tradition aufrecht zu erhalten und in die Zukunft zu führen.»

Ein Haus mit Geschichte
60 Jahre lang war das Hotel im Besitz der Gemeinde, bevor Familie Meier die Liegenschaft übernahm. Aus dieser Zeit stammt auch noch das Saalservitut. Es berechtigt die Gemeinde, vier Mal im Jahr ihre Gemeindeversammlungen im Saal mit Seeblick abzuhalten. Zugleich profitieren die lokalen Vereine. Deponieren sie ihre Bedürfnisse frühzeitig, können sie den Saal kostenlos nutzen. «Dieses Vorrecht gehört zur Geschichte des Hauses. Es ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten», betont Heinz Meier. Seine Frau Beatrice ergänzt: «Für den Betrieb ist es wichtig, in der Region verankert zu sein. Dies sehen wir besonders in diesen anspruchsvollen Zeiten, in denen vor allem unsere regionalen Gäste bei uns übernachten und unser Restaurant besuchen.» Die Bevölkerung von Rüschlikon sei noch immer stark mit dem Hotel Belvoir verbunden.

Bleibende Erinnerungen an den Umbau
Die drei erwachsenen Kinder der Meiers haben beruflich ihren eigenen Weg eingeschlagen. Tobias arbeitet in der IT Branche, Florian studiert Wirtschaft und Sarina ist Kinderärztin. Mit dem Belvoir fühlen sich alle auf ihre Weise verbunden. Besondere Erinnerungen sind auch vom Umbau stets präsent. «Ich habe damals eine Kugelbahnwand für den Spielplatz organisiert. Wenn ich heute im Gartenrestaurant sitze und Kinder damit spielen sehe, freue ich mich jedes Mal», sagt Sarina. Ihr Bruder Tobias schmunzelt. Seine Erinnerung ist längst zur Familienanekdote geworden: «Wir haben meinen kleinen Sohn regelmässig auf die Baustelle mitgenommen, was ihn sehr fasziniert hat. Als er einmal mit seinem Grossvater unterwegs war und sie den Hoteldirektor trafen, fragte mein Sohn: ‘Hast Du eine Motorsäge für mich?’ Damals war er knapp ein Jahr alt …»

Das Chaos mit der Lichterkette
Zehn Jahre sind seit der Eröffnung des neuen Hotel Belvoir vergangen. Heinz und Beatrice Meier sind regelmässig im Haus zu Gast. Häufig trifft man sie im Restaurant oder an Veranstaltungen wie dem Herbstball oder bei Auftritten des Solistenensembles Compagnia Rossini, das seit Jahrzehnten im Haus gastiert. Auch übernachtet haben sie schon in ihrem Hotel. «In der Juniorsuite mit direkter Sicht aufs Bergpanorama», sagt Heinz Meier augenzwinkernd.

Auf die Frage, mit welchem Ort im Hotel die fünf Familienmitglieder eine gemeinsame Erinnerung teilen, kommt die Antwort sofort – und einstimmig: mit der Lobby.

Am Vorabend der Eröffnung wurde die Lichtinstallation, die den Eingangsbereich des Hotels schmückt, aus Deutschland geliefert: Hundert Glasfasern à je zehn Meter, aufzuhängen im Treppenhaus zur Lobby. «Als der Monteur abends um 18 Uhr eintraf und sich daran machte, sie zu installieren, entstand ein heilloses Wirrwarr. Wie ein Spaghettiknäuel», erinnert sich Beatrice Meier. Eigentlich hätte die Aufhängung maximal zwei Stunden dauern sollen. Tatsächlich half jedoch die ganze Familie bis morgens um vier mit, den gordischen Knoten zu entwirren. «Eine Herkulesaufgabe, aber gemeinsam haben wir’s geschafft.»

Blick in die Zukunft
Die Familie Meier zieht an einem Strick. Seit kurzem sitzt die junge Generation im Verwaltungsrat und bestimmt die Zukunft des Hotel Belvoir mit. Wichtig sei dabei, offen zu bleiben für neue Ideen, so Beatrice Meier. «Im Frühling starten wir mit der Neugestaltung des Gartens. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde erhalten wir eine zusätzliche Wiese, die Platz schafft für über 100 Personen. So können Brautpaare bald ihre Zeremonie bei uns unter freiem Himmel abhalten, vor sich eine schöne Zukunft, den Zürichsee und die Glarner Alpen.

Autorin: Anina Rether